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Enlightenment - Aufklärung

Enlightenment - Aufklärung:

Nichts hat entscheidender das Bild unsere Epoche geprägt,
als die Debatte über die “Dialektik der Aufklärung”

Das Zeitalter der Vernunft: 
Unterwerfung der Natur, die instrumentelle Vernunft, Entzauberung der Welt, neue Mythologie, totalitäre Strukturen...

Hat die Aufklärung irrationale Strömungen nur unterdrückt zugunsten einer pathologenen Vernunft oder hat gar die Vernunft durch Entdeckung ihrer eigenen Kehrseite ihr schöpferisches Potential erst entdeckt...?

Was ist die Aufklärung Immanuel Kant`s?                >>>

Was ist Aufklärung?

Nach Kant »der Ausgang des
Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.«1)

Verstand ohne Leitung eines anderen”, ist für Kant, der von der Vernunft geleitete Verstand.

Der
Verstand selbst fügt, vermöge der eigenen Konsequenz, die einzelnen Erkenntnisse zu einem System.
So ist er
Vernunft, und diese hat den Verstand zum Gegenstand :
»Die Vernunft hat ... nur den Verstand und dessen zweckmäßige Anstellung zum Gegenstande.«2)

Die Vernunft setzt »eine gewisse kollektive Einheit zum Ziele der Verstandeshandlungen«3)
: das System.

Das ist die Rationalität der Aufklärung,
»daß man ... sowohl im Aufsteigen zu höheren
Gattungen, als im Herabsteigen zu niederen Arten,
den systematischen Zusammenhang vollende«4)

Das Hierarchisch-Systematische der Erkenntnis ist »der Zusammenhang derselben aus einem Prinzip« 5)

Ebenso wie bei Descartes, Leibniz, Fichte, Schelling
und Hegel, wenn auch (noch) nicht bei jedem in gleicher Konsequenz, ist das Systematische der Erkenntnis, die transzendentale Anweisung zum hierarchischen Aufbau der Begriffe.

Der Aufklärung, im Sinne Kants, ist das unvernünftige Denken, indem es sich willkürlich auf andere Ziele der Menschen beruft, - auf das menschenfreundliche Gefühl etwa - und wenn es sich dabei die grösste philosophische Mühe gibt- , letztendlich Lüge, Wahn oder “Rationalisierung”.
Die
Vernunft ist »ein Vermögen ..., das Besondere aus dem Allgemeinen abzuleiten«6).

Hegel widerspricht dem nicht.
Kant ist nicht etwa zu konsequent-rigorös in seiner “Vernunfteinseitigkeit”, sondern im Gegenteil:
Kant lässt
verstandeseinseitig sowohl die wirklichen geschichtlichen Erscheinungen der relativen Vernunft (“besondere Allgemeinheiten”, wie “Volksgeister” oder reelle Positionen des Gewissen...) wie auch Reflexionsbestimmungen und letztlich und zuerst das “Ding-an-sich” und im selben (Gegen)Zug die Konstitution des transzendentalen Ego unbegriffen aussen vor.
Kant geht nicht zu weit; er geht, in seinem eigenen Sinne, nicht weit genug.

(Darum erfasst Kant in seiner Lehre nicht,
wie das Absolute durch Reflexion/Negation je unmittelbar real
erscheint.)

Manfred Herok

1) Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklä-rung?
Kants Werke. Akademie-Ausgabe. Band VIII. Berlin 1912. S. 35.

2) Kant, Kritik der reinen Vernunft (2. Aufl.) a.a.O.
Band III. Berlin 1911. S. 427.

3) A.a.O.

4) A.a.O. S. 435f.

5) A.a.O. S. 428.

6) A.a.O. S. 429.


- Manfred Herok
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