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Mysterien-Geheimnis

 Manfred Herok     2012

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So hat also die Religion einen gemeinschaftlichen Inhalt mit der Philosophie,
und nur die Formen sind verschieden;
und es handelt sich nur darum, daß die Form des Begriffs so weit vollendet wird,
den Inhalt der Religion erfassen zu können.
Wahrhaft ist nur dasjenige,
was man die Mysterien der Religion genannt hat;
sie sind das Spekulative der Religion.
Bei den Neuplatonikern heißt μυειν, μυεισ αι (eingeweiht werden),
sich mit spekulativen Begriffen beschäftigen.
Unter Mysterien versteht man, oberflächlich genommen, das Geheimnisvolle,
was so bleibt, nicht bekannt wird.
In den Eleusinischen Mysterien war aber nichts Unbekanntes
(alle Athenienser waren darin eingeweiht, - Sokrates nicht);
und dies will ich in Rücksicht für die Herren Philologen bemerken,
da in der Philologie diese Vorstellung auch gilt.
Das öffentliche Bekanntmachen vor Fremden war das einzige,
was verboten war;
verschiedenen wurde es zum Verbrechen gemacht.
In der christlichen Religion heißen die Dogmata Mysterien;
sie sind das, was man von der Natur Gottes weiß.
Dies ist auch nichts Geheimes; in ihr wissen es alle Mitglieder,
und dadurch unterscheiden sie sich von denen anderer Religionen.
So heißt also Mysterium auch nicht etwas Unbekanntes,
denn alle Christen sind im Geheimnis.
Die Mysterien sind ihrer Natur nach, als spekulativer Inhalt,
geheim für den Verstand, nicht für die Vernunft;
sie sind gerade das Vernünftige im Sinne des Spekulativen.

KONTEXT:    >>>

Oft ist einer Philosophie nicht Unrecht getan, wenn man ihr ihren Gegensatz gegen die Religion vorgeworfen hat; aber auch oft ist ihr Unrecht geschehen, wenn dies vom religiösen Standpunkt aus getan ist.     >>>

Die Stellung der Religion ist diese:
Die Wahrheit, die durch sie an uns kommt,
ist äußerlich gegeben.
Man behauptet, die Offenbarung des Wahren sei eine dem Menschen gegebene, er habe sich darin in Demut zu bescheiden;
die menschliche Vernunft könne für sich selbst nicht darauf kommen.
Die Wahrheiten der Religion sind; man weiß nicht, woher sie gekommen;
der Inhalt ist als gegebener, der über und jenseits der Vernunft sei.
Dies ist positive Religion.        >>>

Denn die Schwäche und Machtlosigkeit der Individuen besteht eben darin,
daß der Gehalt jener ewigen Mächte an ihnen nicht als ihr eigenstes Selbst,
als Prädikate, welche ihnen als dem Subjekt der Prädikate inhärieren,
zur Erscheinung kommen.   >>>

Die Krankheit unserer Zeit ist es, welche zu der Verzweiflung gekommen ist,
daß unser Erkennen nur ein subjektives und daß dieses Subjektive das Letzte sei.”          >>>

Ecce Homo       >>>

Es ist kein Land wie Deutschland, wo jeder Einfall sogleich zu etwas Allgemeinem gemacht, zum Götzen des Tages ausgebildet und die Aufstellung desselben zur Scharlatanerie getrieben wird,
so daß er auch ebenso schnell vergessen wird ... “ 
  >>>

„Hegels Sprache bricht die übliche Grammatik nur deshalb,
weil sie Unerhörtes zu sagen hat,
zu dem die bisherige Grammatik keine Handhabe bietet."

(Ernst Bloch)    > HEGEL >>>

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